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Telekom Austria lässt die Finger von Serbien

Quelle: Tanjug Dienstag, 18.08.2015. 12:53
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Podeli

(Fototelekom.rs)
Der neuerliche Poker um die Telekom Srbija findet ohne Telekom Austria und ihre Mehrheitseignerin America Movil statt. Zu teuer und zu wenig profitabel, lautet das Argument.

Gestern, Montag, hat Premierminister Aleksandar Vucic bekannt gegeben, dass die Regierung alle acht unverbindlichen Offerte für die mehrheitlich staatliche Telekom Srbija akzeptiere und hat auch die Namen der Interessenten bekannt gegeben.

Die Telekom Austria ist definitiv nicht dabei – und auch nicht ihr Mehrheitseigentümer America Movil (Amex) mit einem gesonderten Offert, wie "Die Presse" aus Konzernkreisen erfuhr.

Die Telekom Austria versuchte schon 2011 das serbische Telekommunikationsunternehmen zu kaufen. Sie scheiterte jedoch am Preis – während der Konzern für 51 Prozent 1,1 Mrd. Euro geboten hatte, verlangte Belgrad 1,4 Mrd. Euro.

Zwei Jahre später ging es um den Einstieg beim größten Kabel-TV- und Breitbandinternet-Anbieter Serbia Broadband (SBB).

Dafür hätte die Telekom bis zu einer Mrd. Euro auf den Tisch legen müssen. Angesichts der gleichzeitig laufenden Frequenzauktion (die die Telekom letztlich eine Mrd. Euro kostete) war das ein nicht bewältigbares Unterfangen.

"Die Presse" erinnert daran, dass zu Interessenten neben der Deutschen Telekom und Telekom Slovenije auch der größte russische Mobilfunker MTS und eine Reihe von Fonds (Advent, Apollo, Mid Europa Partners, CVC) zählen.

Angesichts der geringen Profitabilität und der notwendigen Restrukturierungen seien die Preiserwartungen viel zu hoch, meint ein Kenner der Materie. Die Telekom Srbija, die 9000 Mitarbeiter hat, steigerte im ersten Halbjahr 2015 zwar den operativen Gewinn (Ebitda) um 5,7 Prozent auf 16 Mrd. Dinar (130 Mio. Euro). Der Umsatz lag bei 47,4 Mrd. Dinar (3,93 Mrd. Euro).

Zum Vergleich: Die Telekom Austria erwirtschaftete bei einem Halbjahresumsatz von 1,938 Mrd. Euro ein Ebitda von 665,3 Mio. Euro.

Zudem ist die Telekom Austria schon in Serbien mit dem drittgrößten Mobilfunker Vip Mobile tätig. Bei einem Einstieg in die Telekom Srbija müsste sich die Telekom aus kartellrechtlichen Gründen höchstwahrscheinlich von ihm trennen

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