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Baubeginn für Transanatolische Pipeline in der Türkei

Quelle: Tanjug Mittwoch, 18.03.2015. 15:50
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Podeli

Die Türkei will internationales Energiezentrum werden. Der Baubeginn der transanatolischen TANAP-Pipeline ist Teil dieser Strategie. Eine Strategie, mit deren Hilfe die türkische Regierung Energie auch in Zukunft bezahlbar machen will.

Mit einem symbolischen Spatenstich in Kars, weit im Osten der Türkei an der Grenze zu Armenien und Georgien, am Dienstag ist die EU ihrer Korridoridee aber ein deutliches Stück näher gekommen. Im Beisein von Energiekommissar Maros Sefcovic haben die beiden autoritär regierenden Präsidenten der Türkei und Aserbaidschans, Tayyip Erdogan und Ilham Alijew, den Baubeginn der Tanap erklärt, der Transanatolischen Gaspipeline, die 1850 Kilometer von der türkisch-georgischen zur türkisch-griechischen Grenze führen wird.

Die Gaspipeline hat eine Kapazität von 16 Milliarden Kubikmetern. Nach Anschluss an die Transadriatische Pipeline TAP könnte die erste Gaslieferung 2019 erfolgen. Sechs Milliarden Kubikmeter Gas aus dem Shah-Deniz-Gasfeld sollen dann an die Türkei geliefert werden, zehn Milliarden Kubikmeter Gas sind für den europäischen Markt bestimmt. Mit TANAP ist Aserbaidschan zum größten Direktinvestor in der Türkei aufgestiegen.

Bei der Ankündigung des Baus der TANAP-Pipeline im September 2012 beschrieb der türkische Energieminister Taner Yildiz das TANAP-Projekt als "Paradebeispiel für die Liberalisierung des türkischen Energiemarktes", so das Netzwerk für Außenpolitik. Ein Prestigeprojekt für den türkischen Energiesektor also, gleichzeitig aber auch ein dringend notwendiges Projekt: Mit dem Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre ist auch der Energieverbrauch des Landes rasant angestiegen. Die Türkei selber kann jedoch nur auf ein begrenztes Vorkommen von Öl, Kohle oder Gas zurückgreifen.

Das entspräche nur um die sechs Prozent der Menge, die derzeit die russische Gasprom nach Europa liefert, betonen Energieexperten. Die Kapazität der Tanap soll aber in den folgenden Jahren schrittweise auf 31 Mrd. Kubikmeter ansteigen. Damit würde auch eine Versorgung über einen zweiten Strang im Balkan nach Österreich möglich werden - eine Wiedergeburt der Nabucco-Idee. Sie würde mit denkbaren Lieferungen aus Turkmenistan oder dem Iran noch wahrscheinlicher werden.

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